Nerven

In der überaus optimalen Halle in Hof fanden sich mehr als 250 Menschen ein um dem den folgenden Programm mit großem Interesse zu folgen. Nach der Begrüßung durch Klaus Wulf, dem Fachbereichsleiter Jugend und Soziales des Stadt Hof und RA Renate Mitleger-Lehner, der Vorstandsfrau SeKo Bayern e. V., hielt Prof. Dr. Armin Nassehi vom Institut für Sozialogie der LMU München einen spannenden Vortrag mit dem Thema "Was heißt eigentlich Gesundheitskompetenz?

Er ging dabei  auf die Krankenrolle und die chronische Krankheit ein, bei der die von der Gesellschaft akzeptierten Krankenrolle als ein zeitlich begrenzter Zustand außer Kraft gesetzt wird. Dadurch entstehen sowohl auf der Seite des Kranken wie auch bei den Angehörigen eine Umkehrung des Alltags. Der kurze Ereignischarakter einer Krankheit, die zeitlich begrenzt ist muss nun in einen Prozess umgewandelt werden, der in den Alltag integriert werden muss.
Hierbei spielen Gesundheitswissen und -kompetenz des einzelnen eine große Rolle. Zu viel Wissen über Krankheit führt schnell zu Verunsicherung. Es ist wichtig hier zwischen medizinischen und ärztlichem Wissen eine Sprache zu finden, um es den Betroffenen verständlich darzustellen, dabei darf aber die Perspektive der Betroffenen nicht  vernachlässigt werden, da sie für ihren Alltag, die besten Fachlleute sind. Es muss gelingen aus der passiven Haltung des Kranken zu einer aktiven Rolle zu finden um so den Alltag zu bewältigen. Jeder sollte versuchen die meist zyklischen Alltagsroutinen einer chronischen Krankheit in den täglichen Ablauf zu integrieren,  umso aus der passiven Rolle in einen aktiven und selbstbestimmten Alltag zu finden.
Helfen können hier die Selbsthilfegruppen/ -organisationen Selbsthilfekontaktstellen, Krankenkassen, Bildungsinstitute und viele andere.

Beeindruckend war, dass zum ersten Mal Simultan Dolmetscherinnen alles  für Gehörlose übersetzt haben.

Auch die einzelnen Workshops waren gut besucht und informativ.